Chiang Mai, Thailand

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Der Start in Chiang Mai war etwas „schwierig“. Da habe ich einen Streetfood-Stand erwischt, bei dem mein Hühnerbein zwischen allerlei Innereien gegrillt wurde und kaum hatte ich das überwunden, bin ich wieder über Ratten und Kakerlaken gestolpert. ‚Ich hab echt kein Bock mehr auf Asien‘, dachte ich mir in dem Moment. Wurde in den folgenden Tagen aber wieder sehr versöhnlich gestimmt.

„Die Farang* sind die Milchkühe der Nation“ hieß es irgendwo auf einer Reiseseite. Mit hohen Preisen überall, die sich Einwohner kaum bis gar nicht leisten könnten, wird der Gewinn aus dem immensen Tourismusaufkommen in Thailand noch mal ordentlich erhöht. Hier im Norden werden die Milchkühe etwas weniger gemolken – Essen, Unterkunft, Transport und Touren kosten rund die Hälfte im Vergleich zum beliebten Südthailand. Überhaupt ist die Atmosphäre hier deutlich entspannter und freundlicher, das Tempo irgendwie langsamer. Unter den „Farang“ herrscht ein wenig Hippie-Atmosphäre, viele haben ihre Kleidung gegen die weite, bunte Kleidung der Region getauscht (kaum ein Thai läuft hier in der Stadt damit rum) und es wird…. gelächelt! 😉

Ich selbst war in Chiang Mai so aktiv und unternehmungslustig wie seit Neuseeland nicht mehr – irgendwie hat diese Stadt neue Energien in mir freigesetzt – oder es liegt einfach daran, dass es hier im Norden des Landes zwei/drei Grad kühler ist…

Rein in die Tempel

Ein buddhistischer Tempel reiht sich an den nächsten, einer schöner als der andere. Leider werden keine Führungen angeboten, bei denen man etwas mehr über Geschichte und Buddhismus lernen kann, so dass man sich beim Tempel-Hopping in erster Linie an der Schönheit der Bauten erfreut. Seltsam zum Beispiel, dass berühmte, verstorbene Mönche als täuschend echte Wachsfiguren in den Tempeln „sitzen“ – und ich bewundere den „Mönch“ noch erstaunt, wie lange der regungslos dasitzen kann! 😛




Raus aufs Land, 1

Per Fahrrad ging es zuerst in kleiner thai-südafrikanisch-österreichischer Runde durch Reisfelder und kleinere Orte, später weiter per Kayak durch den Si Lanna Nationalpark. In Thailand hat gerade das letzte Drittel der Trockenzeit begonnen. Entsprechend flach war der Fluss – was bei meinem Gewicht kein Problem darstellte, für den etwas schwereren Teilnehmer schon – einfach zu viel Tiefgang.


Ab in die Küche

Bei einem Kochkurs gab es Kniffs und Tricks der Thai-Küche zu lernen. Unsere Kochlehrerin Thip rief während wir in den Woks rührten immer „Let it boil, let it boil!“, was mit ihrem scharfen Thai-Akzent klang wie „Lady-Boy, Lady-Boy“ – was haben wir gelacht, als ich sie darauf aufmerksam machte… Ganz großes Lob an die Asia Scenic Thai Cooking School – großartige Arbeit zu vernünftigen Preisen!


  

Rauf auf den Berg

Das Wahrzeichen der Stadt, der Wat Phratat Doi Suthep liegt auf einem Berg im Doi Suthep Pui Nationalpark, rund 15 km vor der Stadt. Laut Reiseführer ist die Treppe, die zum Tempel führt „eine Herausforderung für einige Reisende“. Hat mir nicht gereicht, habe mir ein Mountain Bike gemietet und bin 12 km bergauf gestrampelt – hartes Training für Vietnam…


  
  
Rein ins Stadion

Die Kampfsportart Muay Thai ist die Nationalsportart Thailands. Anders als unser Boxen, muss man mal gesehen haben…


Yoga im Park

Reisen hält immer wieder wunderbare Überraschungen bereit. Aus einer lockeren Verabredung mit einem Reisefreund aus Bangkok am Morgen entwickelten sich im Laufe des Tages immer neue Bekanntschaften. Am Ende fanden wir uns im Park in internationaler Runde Yoga treibend wieder. Wunderbar!


Raus aufs Land, 2

Ein geführter Zwei-Tages-Trek führte mich zusammen mit einer kleineren Gruppe teilweise wandernd durch trockene Bambuswälder. Ziel war ein Bergdorf aus Bambushütten, zu dem auch ein Elefanten-Camp gehört, von denen es hier im Norden viele gibt und in denen asiatische Elefanten (unter mehr oder weniger guten Bedingungen) „Zuflucht“ finden oder für touristische Zwecke „gehalten“ werden. Nicht immer leicht, zu beurteilen, was dabei tierfreundlich ist oder nicht… Beim Trekking, Rafting und Bambusfloß fahren am nächsten Tag brauchte ich ein weniger schlechtes Gewissen haben.


 
  
Man könnte meinen, ich hätte die Angebotspalette Chiang Mai’s damit ausgereizt. Bei weitem nicht. Diese Region hat wirklich viel zu bieten und ist es allemal wert, besucht zu werden.

*so nennen die Thais die westlichen/weißen Touristen

Kommentare

  1. Ach Basti, herrlich!
    Vielen dank für diese Einblicke. Ich habe oft geschmunzelt und du hast es tatsächlich geschafft mir diese Region etwas schmackhaft zu machen. Dabei ist Asien ja im Allgemeinen nicht so mein Traumreiseziel ;-)!
    Auf bald!

  2. Oh, war das ein wunderbarer Bericht aus Chiang Mai- Danke. Was du auch durchführst, es ist bemerkenswert und großartig. Ich habe geschmunzelt, gefeixt und köstlich amüsiert. Übrigens: in Indien heißen die Weißen Firingi;-))

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