Bangkok II, Thailand

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Von Chiang Mai aus bin ich in den letzten Tagen mit einem kurzen Abstecher in Chiang Rai zurück nach Bangkok gereist – 30 Tage Thailand gehen hier zu Ende. Chiang Rai als Stadt war den Abstecher nicht wirklich wert – für Ausflüge ins Umland hatte ich zu wenig Zeit (und zu wenig Muße). Zurück in Bangkok habe ich mich ein wenig der hin und wieder aufkeimenden Europa-Sehnsucht hingegeben: ein helles, sauberes Zimmer in einem der besseren Hotels statt Hostel, ein guter Wein, ein Stück Gouda, ein Brötchen, das man ansatzweise als kross bezeichnen konnte und Deutsche Welle TV – ja, bei aller Abenteuerlust gibt es auch Dinge, die ich vermisse. Fazit: „Heimweh“ ist verdammt kostenintensiv… 😉

 

…noch mehr westliche Versuchungen

Sightseeing-Ziel des Tages: der Erawan-Schrein, eher ein unscheinbares, kleines Bauwerk mitten in Bangkoks Verkehrswahnsinn. In Thailand gehört zu jedem Haus ein kleines Geisterhaus, in dem die Geister wohnen und „bewirtet“ werden, die beim Bau des Gebäudes gestört wurden. Als in den 1950er Jahren in Bangkok das Erawan-Hotel gebaut wurde, kam es dabei zu zahlreichen Unfällen, die dazu führten, dass die Bauarbeiter sich weigerten, weiter zu arbeiten. Nach der Errichtung eines Schreins, der der Gottheit Brahma geweiht wurde, lief es wundersamer Weise auf dem Baugelände reibungslos. Das zugehörige Hotel wurde zwischenzeitlich wieder abgerissen. Der Schrein ist geblieben und hat internationale Berühmtheit erlangt, denn hier lassen sich Geld, Liebe, beruflicher Erfolg, Gesundheit und Erleuchtung erbitten.


Und davon wird reichlich Gebrauch gemacht – Räucherstäbchen, Blumenkränze, Opfergaben, Musik und Tänzerinnen helfen beim Wünsche äußern. Die Räucherstäbchen-Schwaden übertünchen zeitweise sogar die Verkehrsabgase und sind auf der Brücke zum Skytrain noch zu riechen.

  
A propos Aberglaube, ich habe den Fehler gemacht, mir an einem Mittwoch die Haare schneiden zu lassen. Das macht der gemeine Asiate nicht, denn das bringt Unglück. Habe ich leider erst einen Tag zu spät gelesen und ärgere mich wirklich darüber, dass ich als Farang nicht an Ort und Stelle und vor der Tat darauf hingewiesen wurde. Und ich wundere mich noch über den leeren Laden! Na ich hoffe, dass das Unglück mit dem miserablen Haarschnitt und dem Sitzplatz im Bus neben dem kotzenden Kind bereits abgegolten und mein Karma nun wieder in Balance ist…!

Kommentare

  1. oh, du armer armer Farang- ;-))), kannst du jetzt verstehen, dass ich nach meiner ersten Indienreise noch im Frankfurter Flughafen ein Käsebrötchen essen m u ß t e! Ist auch schon 42 Jahre her

  2. Verrückte Welt ist das doch. Da will man immer das haben, was man halt gerade nicht hat. Fernweh, Heimweh… ich wünsche dir, dass du zukünftig eine gute Balance findest :-)!

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