Ho Chi Minh City, Vietnam

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Erkenntnis nach drei Tagen Ho Chi Minh City / Saigon: Vietnamesen sind wie die Maulwürfe. Und das meine ich keineswegs abwertend, sondern höchst anerkennend. Wie ich drauf komme?

Etwas außerhalb nordwestlich der Stadt haben wir das Tunnelsystem von Cu Chi besichtigt, dessen Bau zur Zeit des französischen Krieges begonnen wurde und während des amerikanischen Krieges (wie hier der Vietnamkrieg betitelt wird) von den Widerstandskämpfern des Vietcong weiter ausgebaut und zum Guerilla-Kampf gegen die Amerikaner und Südvietnamesen genutzt wurde. Damals wurden insgesamt 200km Tunnelsystem auf drei Ebenen per Hand gegraben, in denen 16.000 Menschen tagsüber lebten. Des nachts kamen sie dann im wahrsten Sinne des Wortes aus ihren Löchern raus, um mit einfachsten Mitteln sehr geschickt Krieg zu führen, bzw. Widerstand zu leisten. Bau von und Leben in den Tunneln, so wie die einfache, aber geniale, teilweise steinzeitlich wirkende Kampftechnik sind sehr eindrucksvoll in einer Art interaktivem Freilichtmuseum dargestellt. Unvorstellbar, dass Menschen über Jahre in Tunneln leben, die oft so eng gegraben sind, dass Nichtasiaten (damals „Tunnelratten“ genannt) darin steckenbleiben. Wir haben es am eigenen Leib austesten können…



Die Zeiten sind ja nun zum Glück seit gut 40 Jahren vorbei. Trotzdem musste ich zu einem späteren Zeitpunkt wieder an die „Maulwürfe“ denken. Ho Chi Minh City gehört nicht zu den schönsten Städten der Welt. Wärme, Verkehr, Lärm, schlechte Luft, Gestank und Dreck haben mir hier ungewohnt zugesetzt. Was bei Tag wenig ansprechend wirkte, entpuppte sich bei Nacht aber zu schönen, beleuchteten und belebten Plätzen. Bei einer vom vietnamesischen Studenten geführten Streetfood-Tour hat unsere (Ex-)Radlergruppe ungewöhnliche Eindrücke in das kulinarische Nachtleben bekommen:

Da wird Seafood in einem vollen „Restaurant“ aus einer „Küche“ heraus serviert, die so klein ist, dass sich zu Hause jeder weigern würde auch nur mehr als zwei Gäste einzuladen.

Da wird mal eben eine Garageneinfahrt mit dem üblichen niedrigem Plastikgestühl hergerichtet – nicht ohne den Hinweis, dass im Falle von Polizeikontrollen die Tische samt Essen schnell fortgetragen werden müssen.

Da treffen sich vietnamesische Teenager auf ihren Motorbikes hinter dem todschicken Opernhaus, um quietschsüßen Eistee zu schlürfen.

Und dann war noch dieses superleckere Cocos-Eis – serviert mit Reis, Mais, Kürbis und Erdnüssen.

Verrücktes Vietnam!!!

Kommentare

  1. ⭐️ Lieber Basti! Ich wollte Dir nur ein nettes Bildchen schicken, malen geht ja nicht!
    Aber es haißt, dieser Kommentar wäre zu kurz, was soll ich noch sagen, es ist wirklich ein Riesenwunder,
    Daß Du durch dieses Land reisen kannst….und von den Tunneln hatte ich noch nie etwas gehört. Das konnte
    Wohl nur „funktionieren“ , weil die Menschen von solcher Mentalität sind, wie Du sie beschrieben hast. Ich
    Bin schon sehr gespannt auf Deine Life-Reiseberichte ! Also alles Gute weiterhin! Bleib xund und munter!!!

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