Gdańsk/Danzig, Polen

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Seit über sieben Monaten bin ich nun unterwegs und ich bin überaus froh darüber, dass ich bislang heil, gesund und sicher um die Welt gereist bin – ja selbst Asien ohne die berühmte Rache Montezumas gemeistert habe. In Tallinn hat mich nun leider die traurige Nachricht vom Tod eines nahen Verwandten ereilt, so dass mich die Reise sehr abrupt zurück nach Deutschland geführt hat. Eine traurige Rückkehr. Trotz dieser Umstände habe ich mich nun nochmal auf den Weg gemacht. Und ich bin meinen Lieben sehr dankbar für ihr Verständnis dafür, dass mir die letzte Herausforderung dieser großen Reise, wandernd nach Deutschland zurückzukehren, so wichtig ist.

Es ist schon eine seltsame Situation, wenn man sich im Hostel in Polen mit anderen Reisenden über die jeweiligen Wege unterhält. Die meisten kommen nach Danzig für einen Städtetrip. In Asien war man als Weltreisender einer unter vielen. Hier kriegen alle große Augen, wenn man sich als Langzeit-Traveller outet. Und dann die Frage, warum ausgerechnet Polen als letztes Land? Andere bewandern schließlich den Himmalaya und nicht ausgerechnet das dörfliche Pommern.

Mir geht es dabei um eine langsame und bewusste Rückkehr. Fragt mich jemand, wohin ich laufe, dann heißt meine Antwort ab heute: „Nach Hause!“. Tatsächliches Ziel meiner Wanderung ist die deutsch-polnische Grenze auf der Insel Usedom. Praktischer Weise verläuft auf dieser Route ein Ableger des berühmten Jakobsweges – der pommersche Jakobsweg von Kretinga in Litauen bis nach Rostock (von wo aus einer der vielen Wege nach Santiago de Compostela weiter über Lübeck, Hamburg und Bremen verläuft – aber wir wollen mal nicht nach den Sternen greifen…).

Diesem berühmten Weg zu folgen zeichnet mich nun vielleicht als Pilger aus, hat aber vor allem den unschlagbaren Vorteil, dass die Strecke gut ausgeschildert ist und man sich mit Stempeln motivieren kann. Und wer weiß, vielleicht kehre ich ja auch noch mit der einen oder anderen Erleuchtung heim – man kann nie wissen…..

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