Irgendwo in Pommern, Polen

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„So weit die Füße tragen“ – wenn es danach ginge wäre ich bereits nach den ersten 20km stehen geblieben. Man bekommt beim Pilgern schon ein besonderes Verhältnis zu seinen Füßen. Mittlerweile bin ich Experte im Blasen verarzten, was ja auch einen gewissen Kompetenzzugewinn darstellt (erspare an dieser Stelle aber jedem Leser die Details…).

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Dass das Strecke-Wandern mit Gepäck nicht nur romantische sondern auch beschwerliche Seiten hat, damit hatte ich gerechnet. So gar nicht gerechnet habe ich mit der Leere auf den pommerschen Wanderwegen und der Einsamkeit in den umliegenden Dörfern. Während der ersten 90km Wanderstrecke ist mir (ehrlich!) kein einziger Wanderer begegnet und wenn ich Dörfer durchquere gibt es zwar kleine Anzeichen von Leben, aber es wirkt doch alles mehr oder weniger wie ausgestorben. In den Kurorten an der Ostseeküste ist noch keine Saison, Restaurants sind verriegelt und die Bürgersteige hochgeklappt. In Lokalen, Pensionen und Hotels bin ich oft der einzige Gast. So habe ich immer wieder das Gefühl, wirklich am „Ende der Welt“ angekommen zu sein – im wahren wie im übertragenen Sinn. Der Ort Kluki macht sogar Werbung mit diesem Slogan, Grund genug für mich, einen kleinen Umweg zu laufen, um tatsächlich ein sehr idyllisches Fleckchen der kleinen pommerschen Welt zu entdecken.

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Bereits der "Weg" nach Klucken ließ den Flyer nicht zu viel versprechen.

Bereits der „Weg“ nach Klucken ließ den Flyer nicht zu viel versprechen.

Bei allem Wundern und Staunen (keine 300km von Deutschland entfernt und doch scheinen die Uhren hier anders zu ticken) laufe ich durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft, fühle mich zeitweise schon fast wie zu Hause in Norddeutschland und bin sehr dankbar für bisher gutes, wanderbares Wetter…

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Kommentare

  1. Keine Menschenseele weit und breit? Auch nicht im Dorf ? Bellt wenigstens mal ein Hund? Vogelgezwitscher?
    Gibt es einen kleinen Dorfladen, kannst Du Dich verständigen, ? Da hast Du wohl noch Glück, daß Du ein Hotel gefunden hast! Das scheint mir der abententeuerlichste Teil Deiner Reise zu sein, oder?
    Danke für die traumhaft schönen Aufnahmen! Wir leisten Dir in Gedanken Gesellschaft und senden Dir viele
    ganz liebe Grüße ! Deine Elisabeth

    1. Bellende Hunde gibt es genügend. Und zwei Schäferhunde, die mich unangenehmer Weise „begleitet“ haben. Die kehrten erst um, als ich meinerseits anfing, das Revier zu markieren…..

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