Ende im Gelände

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Enttäuschung war das vorherrschende Gefühl, als ich vorgestern in Rewal feststellen musste, dass mein linkes Fußgelenk nach 180 gelaufenen Kilometern streikte. Auftreten ging einfach nicht mehr, im Hotelflur wurde ich auf dem Weg zum Frühstück von Senioren überholt und in der Hotellobby fiel mein Blick sehnsüchtig auf die geparkten Rollatoren. Ein Tag Zwangspause half leider auch nicht wirklich, so dass ich zu Plan A2 greifen musste (Plan B „der Bus nach Hause“ wäre doch eine zu große Niederlage gewesen): ich bin also mit dem Bus in den nächst größeren Ort gefahren, habe mir dort kurzerhand ein Fahrrad gekauft und bin heute die letzten 70km bis zu meinem eigentlichen Ziel geradelt.

Der Fuß hat’s mitgemacht, allerdings hat diese letzte Tour mir nochmal einiges abverlangt. Wer hätte gedacht, dass auf der Insel Usedom eine gemeine Bergetappe zu meistern ist? Ich nicht, sonst hätte ich ein Rad mit 18 statt mit nur sechs Gängen gekauft. Und wer hätte gedacht, dass der offizielle Ostseefernradwanderweg R10 einfach mal kilometerlang auf sandigen Waldwegen verläuft? Ich nicht, sonst hätte ich ein Mountainbike und kein Citybike gekauft. Umso überwältigender war das Gefühl, als ich nach all den Strapazen der letzten Wochen in Pommern – und nach 8 Monaten und einem Tag Weltreise – über die polnisch-deutsche Grenze radeln durfte. Das war wirklich ein sehr emotionaler und freudiger Moment. Die Menschen, die mir entgegen kamen, haben sich wahrscheinlich ein wenig über den singenden Typen mit Dauergrinsen gewundert…

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Ich bin glücklich, wieder im Lande zu sein! Und ich bin dankbar für die offenen Grenzen innerhalb Europas. Nirgendwo sonst auf der Welt kann der Grenzstreifen zwischen zwei Ländern ein Ort für Innehalten und Selfie-Aufnahmen sein. Hoffentlich bleibt das so, für immer!

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