Houston, wir haben ein Problem

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Habe ich ein Problem mit amerikanischen Städten? Nach knapp vier Wochen USA beginne ich doch langsam, einige Dinge der europäischen Kultur zu vermissen. Dazu zählen Straßencafés, Altstädte und Fußgängerzonen. Wie schön ist es bitte, gemütlich bei Capucchino oder Prosecco (und einem großen Eisbecher!) an einem kleinen Bistro-Tischchen mit hübschen Fassaden im Hintergrund zu sitzen und Leute zu beobachten?! Eine kleine Traum-Seifenblase, die Houston ratzfatz zum Platzen bringt. Dem heißen texanischen Klima geschuldet sind Passanten zwischen den hohen Häusern rar, die Fensterscheiben vieler Geschäfte uneinladend dunkel getönt und die Café-Kultur spielt sich in (zu) gut klimatisierten Starbucks-Läden hinter Pappbechern ab. In Downtown wird das nochmal verstärkt, indem unter der Stadt ein Tunnelsystem angelegt wurde, das die Gebäude miteinander verbindet. Bei 40*C im Sommer verständlich, aber auf den Straßen bleiben so nur noch die Autos. 

   
 Ein ähnliches Bild in Uptown im riesigen Einkaufszentrum „The Galleria“. Wir – mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs – finden einfach keinen Eingang. Nur jede Menge Einfahrten zum Parkdeck unter der Mall. Also zu Fuß ins Parkhaus und dann mit dem Aufzug in den Shopping-Tempel? Im letzten Moment tat sich dann doch noch eine kleine Seitentür auf – für die Fußgänger aus Europa! Die Schlittschuhbahn in der Mall bei 30*C Außentemperatur kenne ich ja schon aus Bangkok…

  
Zwei Blocks von der Galleria entfernt befindet sich gleich hinter dem imposanten Williams-Tower der Gerald D. Hines Waterfall Park – und wieder dieser Bistrotisch-Capucchino-Traum… niemand draußen, keiner da. 

   
 Seit ich unterwegs bin, habe ich in allen größeren Städten die Erfahrung gemacht, dass die Schwulen-und-Lesben-Szene sich immer an netten Orten einer Stadt ansiedelt – dort, wo was was los ist und das Leben pulsiert. Das muss doch auch in Houston klappen, dachte ich mir, also auf nach Midtown. Aber da waren meine Erwartungen an das Rebellentum des Prides im konservativem Texas zu hoch… Etwas Trostloseres und Schäbigeres habe ich in diesem Zusammenhang bisher noch nicht gesehen. Wer hier bei Dunkelheit nicht ausgeraubt wird, der bricht sich halt ein Bein auf den kaputten Gehwegen. Ich habe es nicht fotografiert.

Vielleicht tue ich Houston mit meiner Kritik nach einem Tag in der Stadt Unrecht. Ich lasse mich gern eines besseren belehren und freue mich über Kommentare! 😉

 

Ein Heiliegenschein für das Auto! :-)

  

Wow, das 15.-höchste Gebäude der USA!

    

Haaaaallooooo, ist da jemand?!

Kommentare

  1. Ach herrje, das ist ja gruselig! Wenn Du wieder in Bremen bist, setzen wir uns mal einen ganzen Tag in’s Ferrari und trinken Prosecco und Cappucino (im Verhältnis 10:1)! Und falls Du so gar keine schöne Ecke in Houston findest, leg Dich einfach wieder in den Pool vom Astronauten; ist ja auch nicht sooo schlecht.

  2. Ich will ja nicht meckern, aber meine gehört zu haben, dass ihr einen sehr leckeren Burger am Bistro-Tisch, irgendwo draußen, verspeist habt. Außerdem scheinen dir Strand, Pool und Wetter ganz gut zu gefallen. 😉 Und nächstes Mal geht’s dann in den Hermanns Park, Museums District etc.

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