Far North

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Der „hippe alte Camper“ ist die Entdeckung der Langsamkeit. Mit maximal 85 km/h und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 Sachen ging es die ersten vier Tage durch den Landzipfel nördlich von Auckland. Ob wir es in diesem Tempo wirklich in vier Wochen quer durchs Land und wieder zurück schaffen…? Macht aber nichts, im Zweifelsfall müssen wir halt nochmal wiederkommen. 😉 Die Küche und das Bett immer dabei zu haben ist eine ganz neue Erfahrung auf dieser Reise und entschleunigt ungemein, zumal beides abends bisher immer direkt am Strand abgestellt werden konnte.

Für alle Leser, die die Route gern auf der Landkarte mit- oder nachverfolgen möchten: Von Auckland ging es über über Waipu in der Bream Bay nach Paihia in der Bay of Islands und nach Matauri Bay. Entlang des Ninety Mile Beaches zum Cape Reinga und über Kaitaia und Kawakawa zurück Richtung Auckland.

Rainbow Warrior Memorial, Matauri Bay

Landschaftlich ist das schon ganz was anderes, als es bisher auf der Reise zu sehen gab. Die Straßen schlängeln sich über leichte, grüne Hügel kurvenreich dahin und wenn wieder mal eine Herde Kühe oder Schafe auf einer Wildblumenwiese zufrieden grast, dann wirkt das beinahe schon kitschig. 

 Bei all der Almödi-Romantik darf ein bisschen Abenteuer natürlich nicht fehlen, dachten wir uns. Am Ninety Mile Beach, der eigentlich nur rund sechzig Meilen lang ist, kann man auf dem Sandstrand Richtung Norden fahren. In den 1930er Jahren hat ein gewisser Norman Smith hier einen Geschwindigkeits-Weltrekord aufgestellt. Den zu brechen, hatten wir uns zwar nicht vorgenommen, aber direkt am Wasser gen Norden zu pesen stellten wir uns doch sehr cool vor. Wenn wir denn überhaupt ans Wasser gekommen wären…. Nach keinen 10 Metern sind wir ausgestiegen, um jemanden zu suchen, der unseren schweren „Bowie“ aus dem Sand zieht. Diese Episode hat gute Chancen, als peinlichstes Erlebnis der Reise gekürt zu werden!!

zero miles on the beach 

Das Cape Reinga, nördlichster Punkt Neuseelands, ist wunderschön, aber seeehhhhr weit abgelegen. Zum Glück gab es noch eine Tankstelle, sonst wäre das nächste peinliche Erlebnis ins Rennen gegangen. Geldautomaten gibt es die letzten 100 km allerdings nicht mehr und da wir unseren letzten Dollarschein unserem Strandretter geben mussten, ging es erstmal bargeldlos zum nächsten Campingplatz (wild campen ist in Neuseeland leider verboten). Gut, dass es das mittlerweile doch recht vertraute Glück des Reisenden gibt. Entgegen der Gewohnheiten haben wir ein Tramperpaar mitgenommen, das zum selben Zeltplatz wollte und uns am Ende ein paar Euros für die Platzgebühr gewechselt hat. Danke an Mona und ihren schwedischen Freund! 😉

Cape Reinga

Ein echtes Highlight der Tour: die Wanderdünen am Cape Maria van Diemen. So hoch, so weitläufig, so viel Sand. „Dagegen ist die Düne von Pilat bei Arcachon ein Scheiß,“ bemerkte Daniel beim Aufstieg ganz richtig, und dabei waren wir beide bisher schwer beeindruckt von jenem Sandhaufen in Frankreich!

Öffentliche Toilette in Kawakawa – designed by F. Hundertwasser

 

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