Paparoa Nationalpark, Südinsel

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Die Route: Welligton – Picton – Nelson – Owen River – Paparoa Nationalpark.

Die Fährüberfahrt von Wellington auf die Südinsel nach Picton war von mir, der leicht seekrank werdenden Landratte, gefürchtet, und das nicht nur wegen der horrenden Fahrpreise für kurzfristige Buchungen. 3,5 Stunden durch die Cook Strait, „eine der windigsten Wasserstraßen der Welt“ – laut Reiseführer. Dankbarer Weise war die Überfahrt quasi windstill und das letzte Drittel der Fahrt durch die Fjorde der Marlborough Sounds wirklich wunderschön! 

 Die ersten zwei Tage haben wir viel Küste und Berge während der Fahrt aus dem Auto heraus genossen – Strecke machen war die Devise. Der Abel Tasman Nationalpark und die Nordspitze der Südinsel wurden aus Zeitgründen leider rechts liegen gelassen, stattdessen haben wir uns durch das Tal des Owen Rivers Richtung Westküste geschlängelt. Entlang des Flusses kam zum ersten Mal das historische Goldgräber-Thema auf, das die Ortschaften hier bis heute prägt. Unglücklicherweise haben wir hier zum ersten Mal ernsthafte Bekanntschaft mit den in Neuseeland verbreiteten Sandflies gemacht: ein Campingplatz war so sehr mit diesen fiesen, beißenden Minifliegen verseucht, dass wir uns fühlten wie zwei faulende Äpfel, die von Fruchtfliegen attackiert werden – das erste Mal auf der Campertour, dass wir morgens ohne Kaffee und Bad im Fluss den Platz fluchtartig verlassen haben… Wie gut, dass der Owen-River später noch ein seichtes Flussufer für Frühstück und die Morgen-Toilette bereit hielt – Fotos bleiben aber privat! 😉

  Erstes Highlight der Westküste: die Pancake Rocks im Paparua NP. Kalksteine, die in Schichten wie Pfannkuchen geschichtet sind. Geologen rätseln noch, wie diese Gebilde entstanden sind, ich fand sie einfach schön – und war damit nicht allein (Touri-Massen!) 

 

Zweites Highlight der Westküste, ebenfalls Paparua NP: eine Kanu-Tour auf dem Porarari-River. Nach all der Fahrerei im „Bowie“ war es Zeit für Aktivität. „Nehmt jeder ein eigenes Kanu,“ war der Rat des angetrunkenen Kanuverleihers. „Das verhindert Streit und senkt die Scheidungsrate.“ Guter Rat, thanks for that! Flussaufwärts fing die Tour bei quasi null Strömung durch die mit Regenwald bewachsene Schlucht ganz harmlos an. Bald folgten die ersten Stromschnellen, die flussaufwärts zu Fuß mit dem Kanu im Schlepptau überwunden werden mussten und schnell anspruchsvoller wurden. Flussabwärts war es ein echter Gaudi – wenigstens solange, bis ich bis zur Brust im Wasser stand, um Daniel’s mit Wasser vollgelaufenes Kanu aus dem Wasser zu bergen. Wie gut, dass beim zweiten „Missgeschick“ ein mitdenkender, kanadischer Touri, der flussaufwärts unterwegs war, das verlorene Paddel eingesammelt und dem Schiffbrüchigen zurückgebracht hat – möglicherweise hätte diese Tour sonst trotz zweier Einzelkanus doch noch weitreichende Folgeschäden mit sich gebracht… 😉 

   

Kommentare

  1. Satz des Tages bei der Kanutour: Fahre nie quer zum Stein, sonst läuft Wasser ins Kanu rein. Der Satz ist mir aber erst später eingefallen. Ich wäre fast ertrunken!!!!!

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