Cya, Kiwis!

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Die Route: Mount Taranaki – „Hobbiton“ – Auckland

Auf der letzten Etappe haben wir noch das nachgeholt, was wir zu Beginn verpasst haben – ein Besuch in „Hobbiton“. Nachdem die Kulisse nach den Dreharbeiten für „Herr der Ringe“ abgerissen wurde, war man am Ende der Dreharbeiten zum „Hobbit“ schlauer und hat alles stehen gelassen, um jetzt Besuchermassen durch die Hügel von „Hobbiton“ zu schleusen. Und so sind auch wir durch die Vorgärten von Frodo & Co geschlendert…

  
 Nach mehr als 5000 km endete unser Roadtripp in Auckland – kurz vor Schluss bekam der „Bowie“-Van im Parkhaus nochmal Starthilfe wegen leerer Batterie. „Alive again!“ war der Kommentar des Helfers. Etwas makaber, nachdem unser Van seit dem Tod von David Bowie vor einigen Tagen viel Anerkennung gefunden hat und beliebtes Fotoobjekt wurde.

 Ein Monat Neuseeland. Ich habe viel darüber nachgedacht, was die Faszination an diesem Land ausmacht. Nachdem ich drei Monate unterwegs war, fühlte sich Neuseeland vom ersten Tag ein bisschen wie „europäisch zu Hause“ an. Und auch landschaftlich gibt es hier eigentlich wenig, was es nicht auch in Europa zu sehen gäbe. Dünen wie in Dänemark, schneebedeckte Berge wie in der Schweiz, Steilküsten wie am Mittelmeer, hügelige Wiesen wie in Schottland,Vulkane wie in Island, Fjorde wie in Norwegen, und, und, und. Ich wundere mich, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, eine Neuseelandkarte mit den Landesflaggen der korrespondierenden Landschaften zu malen. Es ist wahrscheinlich genau diese Mischung auf verhältnismäßig kleiner Fläche, die das Land so besonders macht, gepaart mit einer sehr dünnen Besiedlung.

Was den Tourismus angeht dürften sich derzeit mehr Deutsche in Neuseeland befinden als auf Mallorca. Auf Zeltplätzen, auf Fähren, in Supermärkten und bei touristischen Zielen hört man teilweise mehr deutsch als englisch um sich herum. Und wenn nicht deutsch, dann französisch. Die Neuseeländer wundert’s. Und mich auch ein bisschen. Einen großen Teil der deutschen Touristen macht die Gruppe der 18- bis 20jährigen aus. So weit weg von zu Hause wie möglich, hier ein billiges Auto gekauft und dann mehr ‚traveln‘ als ‚worken‘ – da wird auch schon mal mehrere Wochen zu dritt in einem Kleinwagen sitzend genächtigt. Sehr trendy, ich habe die international gemischten Gruppen vermisst.

Dinner am Strand

Das Campen im Van ist wirklich eine tolle Sache und in Neuseeland ziemlich easy. Wir hatten fast immer die Wahl zwischen gut ausgestatteten Camping-Plätzen und den wesentlich günstigeren einfach ausgestatteten Camps des Department of Conservation, die zwar meist nur Plumpsklos und Trinkwasserleitung haben (manchmal auch kalte Duschen), dafür aber landschaftlich toll gelegen sind. Freies Wildcampen ist leider nicht erlaubt und auf Parkplätzen darf nur übernachtet werden, wenn man einen Wagen mit besonderer Zertifizierung fährt („self-contained“). Wir haben viele Menschen getroffen, die sich für die Zeit im Land einen eigenen Van gekauft haben. Der Markt für An- und Verkauf ist gut, die Mietpreise hingegen hoch, die Anmeldung angeblich einfach. Ein eigener Van kann schon bei einem Monat Sinn machen und Kosten sparen – so als kleiner Tipp! 😉

Perfekter, internationaler Campingabend, inkl. Haircut unterm Apfelbaum

Was die Zeit im Land angeht, habe ich die Größe von Neuseeland definitiv unterschätzt. Um beide Inseln ausgiebig und entspannt kennenzulernen, sind 30 Tage eigentlich zu wenig. Wer also die Gelegenheit hat, ein/zwei Wochen länger zu bleiben…

Für mich geht es nun allein weiter. Nächste Station ist Sydney, ein viertägiger Zwischenstopp auf dem Weg nach Asien.

Kommentare

    1. Gelassenheit und Humor habe ich schon mal unter Beweis gestellt, als mir gestern im Thai-Imbiss eine Kakerlake am Stuhlbein hochgekrabbelt ist… Und ich bin immer noch in Sydney, by the way!

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